Lyophilisat: Lagerung und Stabilität im Labor

Gefriergetrocknete Peptide sind vergleichsweise stabil, aber nicht unempfindlich. Feuchtigkeit, Wärme, Licht und Sauerstoff sind die vier Faktoren, die zählen.

Stand 12.09.2026 · Redaktion PURA LABS

Peptide werden als Lyophilisat geliefert, also gefriergetrocknet. Durch den Wasserentzug laufen die meisten Abbaureaktionen nur noch sehr langsam ab. Stabil heißt aber nicht unbegrenzt haltbar.

Die vier Einflussfaktoren

Faktor Was passiert Gegenmaßnahme
Feuchtigkeit Hydrolyse, Verklumpung Vial geschlossen halten, vor dem Öffnen auf Raumtemperatur bringen
Wärme beschleunigt alle Abbauwege gekühlt lagern
Licht Photooxidation, v. a. bei Trp, Tyr im Umkarton lagern
Sauerstoff Oxidation von Met, Cys, Trp Vial nicht unnötig öffnen

Temperatur

Auf dem Etikett unserer Peptide steht gekühlt lagern, max. 8 °C. Für eine längerfristige Lagerung wird in der Forschung üblicherweise -20 °C gewählt. Wichtig ist vor allem Konstanz: Häufige Temperaturwechsel schaden mehr als eine gleichmäßig kühle Lagerung.

Der häufigste Fehler: Kondenswasser

Ein kaltes Vial, das sofort geöffnet wird, zieht Luftfeuchtigkeit an. Diese kondensiert auf dem Pulver. Deshalb im Labor das geschlossene Vial zuerst auf Raumtemperatur kommen lassen.

Peptide in Lösung

Gelöste Peptide sind deutlich weniger stabil als das Lyophilisat. Übliche Laborpraxis:

  • Lösungen aliquotieren, um wiederholtes Einfrieren und Auftauen zu vermeiden
  • Aliquote kühl und lichtgeschützt lagern
  • Jedes Aliquot mit Lot-Nummer und Datum beschriften

Hintergrund

Die grundlegenden Abbaumechanismen wie Deamidierung, Oxidation und Aggregation sind für Peptide und Proteine gut beschrieben. Eine häufig zitierte Übersicht ist Manning et al. (2010).

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